• Elisabeth

Was darf man mit ins Grab legen?

Mit leeren Händen Händen kommst du, mit leeren Händen gehst du. Und zwischen nichts und nichts bist du verrückt genug zu glauben, etwas zu besitzen. ***Osho

Auch wenn in diesem Zitat eine große Weisheit liegt, so geht bei uns doch niemand so wirklich ganz mit leeren Händen. Es ist nicht unüblich, dass wir Geschenke und persönliche Gegenstände mit ins Grab oder mit in den Sarg legen.


Erinnerungen mit in den Sarg legen

Dinge, die unser geliebter Mensch gern in seinem/ihrem Leben hatte oder das letzte Geschenk, was wir ihm oder ihr noch machen möchten.

Vom kleinen Kuscheltier, dass wir in die Hände legen, bis hin zum Auskleiden des Sarges mit Rollrasen oder Fotos gibt es unzählige Arten, mit denen wir Abschied nehmen können. Auch Blumen sind in diesem Zusammenhang kaum noch wegzudenken.


Für uns Hinterbliebene ist dies oft eine sehr persönliche Art, Abschied zu nehmen und ‚Lebewohl‘ zu sagen.


Hier muss man sich nicht starr an vorgegebene ‚klassische‘ Rituale halten. Es ist absolut in Ordnung, dies auf ganz eigene und persönliche Weise zu tun. So, dass es zum Verstorbenen / zur Verstorbenen und den Gästen gleichermaßen gut passt.


Doch gibt es da eigentlich Grenzen? Was darf ich mit in den Sarg oder das Grab legen und was ist nicht erlaubt? Für unterschiedliche Bestattungsformen gibt es hier unterschiedliche Regeln.

Was darf man mit ins Grab legen?

Erdbestattungen / Beisetzung auf dem Friedhof

Bei Erdbestattungen und der Beisetzung auf dem Friedhof gibt die Friedhofsverordnung der jeweiligen Kommune vor, was mit ins Grab darf und was nicht. Im Grunde genommen lässt es sich aber in der Regel ganz einfach darauf reduzieren, dass eigentlich alles mit in den Sarg beigelegt werden darf, was sich zersetzen kann und was das Grundwasser nicht beschmutzt.

So sollten Metallgegenstände und Plastik (das gilt auch zum Teil für Kleidung) nur in seltenen Ausnahmefällen mit in den Sarg gelegt werden.


Urnenbestattung


Bei einer Urnenbestattung ist da häufig deutlich mehr möglich. Da in modernen Krematorien Temperaturen von etwa 1.300 Grad erreicht werden, verwandelt sich nahezu alles Beigelegte in Asche. Hier gilt es allerdings zu beachten, dass sich nichts Explosives unter den Beigaben befindet. In diesem Zusammenhang sind in der Regel Glasflaschen verboten. Die Flasche des Lieblingsgetränks des oder der Verstorbenen kann somit leider nicht mitgegeben werden.


Regeln für die Grabbeigabe für Feuerbestattung


Welche Blume wähle ich für die Beigabe ins Grab?


Wie eingangs schon erwähnt, sind auch Blumen häufige Beigaben zum Abschied nehmen. Blumen stehen häufig als Symbol für Liebe und Hoffnung, die über den Tod hinausgehen und den/die Verstorbene/n begleiten sollen.

Besonders die Farbe Weiß ist sehr häufig zu sehen. Weiße Blumen auf einer Beerdigung stehen sehr oft für Reinheit und Hoffnung, die sowohl die Trauer der Angehörigen lindern soll, als auch ein sicheres Leben nach dem Tod symbolisieren.


Rose: Die vielfältigen Bedeutungen der Rose stehen nicht nur allein für die Liebe. Auch stehen sie für Hoffnung und die Reinheit des/der Verstorbenen und dem Leben auf dieser Erde. Weiße Rosen stehen auch hier für die positive Unterstützung der Trauer.

Lilie: Weiße Lilien stehen für Unschuld, Zuneigung und die Liebe zu Gott. Aufgrund des letzten Punktes stehen sie in einer starken Verbindung mit dem Christentum und schmücken daher auch sehr oft das Grab von Christen. Sie können aber selbstverständlich auch bei anderen Beerdigungen ihren Platz finden.

Calla: Die weiße Calla steht für Unsterblichkeit und ein Leben nach dem Tod. So wünscht man dem/der Verstorbenen einen guten Übergang nach dem Ableben auf dieser Erde. Sie ist im Grunde genommen eine sehr passende Blume für jedes Grab.


Nelke: Ähnlich wie die Calla steht auch die Nelke für ein Leben nach dem Tod. Sie eignet sich sehr gut als Blume, die man auch als Gast mitbringen kann.

Chrysantheme: Eine Chrysantheme zu einer Trauerfeier mitzubringen, zeigt dem/der Verstorbenen die ewige Treue auch über den Tod hinaus.


Vergissmeinnicht: Der Name steht hier nahezu für die Blume selbst. Man möchte nicht vergessen werden. Das ist auf der Beerdigung ein Symbol der Liebe zum/r Verstorbenen.


Generell sind dies natürlich nur Richtlinien. Gern kann auch die Lieblingsblume des Verstorbenen dem Grab beigefügt werden.


Welche Blumen eignen sich für Beerdigung?

Woher kommt der Brauch eigentlich?


Grabbeigaben gibt es im Grunde genommen schon so lang wie die Zeit. Ihren Ursprung fanden sie in alten Kulturen, die an ein Leben nach dem Tod glaubten. So kennen wir sie beispielsweise schon von den Pharaonengräbern der alten Ägypter. Es wurde alles mitgegeben, was der/die Tote möglicherweise im Jenseits benötigen könnte. Das war damals sehr weitreichend. Von Make-Up bis hin zu Bediensteten war nahezu alles dabei.

Bis heute hat sich das Ritual der Grabbeigabe von Generation zu Generation weiter getragen.

Sichert euch gern bei eurem Bestatter ab


Wenn ihr euch unsicher seid, was erlaubt ist und was nicht, dann fragt auch immer gern bei eurem Bestatter nach. Habt keine falsche Scham, dass ihr etwas Blödes fragt oder ihr schief angeschaut werdet. Zum einen hat der Bestatter schon sehr vieles erlebt, was sich für manch anderen sicher ‚komisch‘ anhören würde, und zum anderen versteht er eure Trauer sehr gut und weiß, dass jeder diese auf ganz individuelle Art verarbeitet.


Was kann man ins Grab legen?