• Elisabeth

Seebestattung – Pro und Kontra

Eine Seebestattung ist im Laufe der vergangenen Jahre immer beliebter geworden. Viele Menschen wünschen sich nicht mehr unbedingt eine Bestattung auf dem Friedhof, sondern finden die Vorstellung einer Beisetzung auf dem Wasser sehr schön.



Wie läuft eine Seebestattung ab?


Bevor ich näher auf die Vor- und Nachteile eingehe, möchte ich einmal kurz erklären, was eine Seebestattung eigentlich ist:

Bei einer Seebestattung wird die Asche des Verstorbenen in einer wasserlöslichen Urne im Meer beigesetzt. Was früher nur bei einem klaren Bezug zur See möglich war (beispielsweise durch den Beruf), ist heute für jede/n möglich, der/die dies gern möchte.

Man unterscheidet zwischen einer begleiteten und einer stillen Seebestattung.


Begleitete Seebestattung


Bei der begleiteten Seebestattung sind die Hinterbliebenen bei der Beisetzung anwesend. Die Urne wird im Innenbereich des Schiffes aufgestellt und dekoriert. Die Gäste werden vom Kapitän empfangen und erhalten von ihm einen Überblick über den Ablauf der Seebestattung.

Das Schiff steuert nun mit auf Halbmast gesetzter Flagge aufs Wasser hinaus. Ist der Standort der Beisetzung erreicht, hält der Kapitän oder ein/e Trauerredner/in eine kurze Ansprache, bevor am Heck des Schiffes die Urne im Wasser beisetzt. Das Meer kann hier eine beruhigende und trostspendende Atmosphäre für die Trauergesellschaft haben.


Ähnlich wie bei einer Erdbestattung können auch hier einzelne Blumen, Muscheln oder Blütenblätter mit ins Wasser fallen gelassen werden. Auch Steine, zu denen Wünsche und Erinnerungen gesprochen werden können, sind typisch für diese Art der Bestattung. Nicht erlaubt sind jedoch Kränze, Gebinde oder andere persönliche Gegenstände, die wieder auftreiben.


Nach der Beisetzung fährt der Kapitän nun noch eine Ehrenrunde um das Seegrab, bevor es wieder zurück in Richtung Land geht.

Es ist eine sehr würdevolle und dennoch relativ kostengünstige Form der Bestattung. Die Kosten können hier (je nach Bestattungsinstitut und Format) zwischen 800 und 8.000 € variieren.

Stille Seebestattung


Bei einer stillen Beisetzung sind keine Angehörigen anwesend. Hier findet die Trauerfeier meist vor der Kremation statt. Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Kapitän bei einer Fahrt mehrere Urnen dem Meer übergibt. Hier variieren die Kosten meist zwischen 200 und 1.000 €.


Die Vorteile einer Seebestattung


Seebestattung aus Liebe zum Meer

Besonders beliebt ist dieser Art der Bestattung nicht nur bei Seeleuten, sondern auch vermehrt bei Menschen, die sich zu Lebzeiten sehr mit dem Element Wasser verbunden gefühlt haben. So können diese ihre letzte Ruhe auch genau dort verbringen. Die Asche darf aber nicht auf dem Meer verstreut werden, sondern wird in einer wasserlöslichen Urne beigesetzt.

Philosophisch betrachtet schätzen auch viele den Gedanken, nach ihrem Ableben wieder zum Element Wasser - und somit ihrem menschlichen Ursprung - zurückzukehren.


Seebestattung bedeutet geringere Kosten und unbefristete Ruhezeit

Durch die Beisetzung im Meer und dem Auflösen der Urne darin entfallen laufende Kosten für die Grabnutzung und die Grabpflege.


Je nachdem, wie weit die Hinterbliebenen reisen möchten (sofern sie dabei sein möchten), ist eine Beisetzung nicht nur auf deutschen Meeren möglich, sondern auch beispielsweise im Mittelmeer oder im Atlantik.


Zudem entfällt damit auch die vorgeschriebene Ruhezeit von 20 bis 25 Jahren. Ebenfalls entfällt die Anschaffung und Gestaltung eines Grabsteins, die gerade für die Hinterbliebenen oft viel Kraft erfordern, da sie den/die Verstorbene/n mit einem schönen Andenken würdigen möchten.


Die Nachteile einer Seebestattung


Einwilligung des/der Verstorbenen

Um eine Seebestattung durchführen zu können, bedarf es einer Einwilligung in die Einäscherung und eine Erklärung, die eine besondere Verbindung des Verstorbenen zum Meer darstellt. Zudem gibt es Bundesländer, in denen eine Seebestattung behördlich genehmigt werden muss.

Wichtig zu wissen: Das Testament wird oft erst nach der Beisetzung eröffnet. Von daher ist es ratsam, diese Unterlagen unabhängig vom Testament zu verwahren.


Trauerort - das Meer

Für die Hinterbliebenen gibt es keinen festen Trauerort, zu dem sie gehen können. Es ist zum Beispiel nicht möglich, das Grab des Verstorbenen an seinem Geburtstag zu besuchen und ihm oder ihr einen schönen Blumenstrauß dort abzulegen. Jedoch wird angenommen, dass die Asche sich auf dem Meeresgrund ablagert und von Grundsanden abgedeckt ist. Viele Reedereien bieten auch Gedenkfahrten an, in der die Ruhestätte nochmal besucht werden kann. Diese finden entweder öffentlich statt oder werden individuell vereinbart.

Begrenzte Anzahl an Trauergästen

Da die Trauerfeier in der Regel auch auf dem Schiff stattfindet, ist hier meist eine begrenzte Anzahl von maximal 50 Personen einzuhalten. Je nach Größe des Schiffes und der Reederei kann diese Zahl aber auch geringer sein. Es ist aber auch möglich, die Trauerfeier an Land durchzuführen und die Seebestattung dann im kleinen Kreis zu machen.


Eine Seebestattung ist nur nach einer Einäscherung möglich. Es ist also nicht möglich, einen Sarg dem Meer zu übergeben.

Überführungskosten und Anreisezeiten

In Deutschland sind Seebestattungen nur in der Nord- und Ostsee möglich. Bei einem Todesfall in beispielsweise Süddeutschland müssen hier die erhöhten Kosten der Überführung für die Urne bedacht werden. Ebenso kann es für die Trauergäste so unter Umständen zu einer längeren An- und Abreisedauer kommen.



Seebestattung, ja oder nein?


Natürlich ist die Betrachtung der Vor- und Nachteile eine sehr persönliche Sache. Ich habe hier nur Fakten und mögliche Sichtweisen gesammelt. Prinzipiell ist die Form der Bestattung eine sehr sehr individuelle Entscheidung, in der verschiedene persönliche Faktoren eine Rolle spielen.


©2021 

Elisabeth Mandl I Momente

E-Mail: erlebe@deinezeremonie.de

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